Kaufberatung für Longboard Einsteiger

Wer neu beim Brettsport ist, dem stellen sich viele Fragen wenn es ums Longboard kaufen geht. Was macht ein gutes Longboard aus? Worauf muss ich achten? Es gibt Bedarf für digitale Kaufberatung – ganz klar. Das 40inch Longboard Magazin hat dazu diverse Skateshops befragt und sich mit vielen Anfängern ausgetauscht. Wir vom Online-Skate-Shop können deren Ergebnissen nur zustimmen, daher…

Unsere Empfehlung

Auch wegen unserer Arbeit im Shop, können wir folgendes Setup jedem Einsteiger ans Herz legen: Die eierlegende Wollmilchsau – sprich einen Allrounder, der so gut wie alles mitmacht.

Klartext: Ein gedropptes Board mit leichtem Concave und weichen Rollen. Ahja… kein Wort verstanden? Eben, deshalb beleuchten wir die Komponenten auch ganz ausführlich für euch und erklären die Fachbegriffe. Als Einsteiger werdet ihr euch nicht gleich auf ein bestimmtes Segment wie Downhill, Slalom oder Dancing versteifen, sondern vermutlich eher alles erstmal austesten wollen und ein Gespür dafür bekommen was euch am meisten liegt.

Spezialisierung

Wer unbedingt Downhill fahren möchte, sollte zunächst einmal die Setups der Pros anschauen, die bei der DLL oder auf dem Worldcup mitfahren. Als Einsteiger ist dies ohnehin nicht das Thema des ersten Brettes. Der durchschnittliche Fahranfänger wählt auch nur selten als erstes Auto einen italienischen Luxussportwagen. Dehalb gehen wir in dieser Kaufberatung davon aus, daß die Neu-Einsteiger sich nicht gleich auf ein bestimmtes Segment wie Downhill, Slalom oder Dancing versteifen, sondern eher alles erstmal austesten wollen. Verständlich, und das ohne gleich 300 Steine in die Hand nehmen zu wollen. Glaubt uns, das werdet ihr schon noch, wenn ihr wirklich Spaß an der einen oder anderen Disziplin gefunden habt. Bis dahin ist es aber noch ein ordentlicher Weg.

 

Kaufberatung Einsteiger Longboard

 

Was ist wichtig an Deck ?

DECK | Brett

Also fangen wir mit dem Aufbau des Brettes an. Für Einsteiger empfehlen wir ein Board, das einen möglichst niedrigen Schwerpunkt hat und somit eine sehr stabile Plattform bietet und sich leicht pushen lässt. Dies erreicht man in der Regel mit einer Dropthrough-Montage (d.h. die Achsen werden durch das Board gesteckt montiert und dadurch wird das Board tiefergelegt). Flex muss nicht sein, darf aber. Falls ihr nicht unbedingt gleich sliden wollt, ist dies kein Problem. Nur zu viel sollte es nicht sein. Zum einen wird der Flex mit der Zeit „ausleiern“, also an Spannung verlieren, und zum anderen dürfte das Fahren sehr unruhig werden (gefällt auch nicht jedem).

Concave (konkave) ist, einfach formuliert, die Aufbiegung an der Seite des Decks. Je stärker diese ausgeprägt ist, desto mehr Druck gebt ihr bei der Verlagerung des Körpergewichts auf die Achse. Dies hat dann eine Lenkbewegung zur Folge. Falls das Concave zu stark ausgrägt ist, kann es je nach Schuhgröße auf die Dauer unbequem werden. Auch hier gilt zunächst: Immer schön den Mittelwert finden.

Den Rest, der für ein Deck relevant ist, wie verwendete Materialen und andere Dinge, erklärt das 40inch Longboardmagazin im Detail und würde den Rahmen der Kaufberatung bei weitem sprengen. Dies sind zunächst einmal die für Einsteiger wichtigen Dinge:

  • Drop Through
  • wenig Flex
  • wenig Convace

ACHSEN | TRUCKS

Hier habt ihr, wie bei allem anderen, die Qual der Wahl. Die typischen Longboard-Achsen für genannte Boards dürften 50° Grad – 180 mm RKP (Reverse King Pin Achsen) sein. Auch Achsen kan man im Ministry Ladengeschäft testen.

Warum? Nun, es liegt in erster Linie an der Härte der Bushings (Lenkgummis), die in den Achsen verbaut sind. Bewährt haben sich Achsen wie Paris Trucks, Bolzen Trucks oder Bear Trucks, deren Bushings ab Werk (Stockbushings) schon relativ leicht zu lenken sind. Es gibt noch sehr viele andere sehr gute Achsenhersteller, die ebenfalls sehr leichtgängige und präzise verarbeitete Achsen anbieten.

Besonders bei günstigen Komplettbrettern, die im Internet gekauft wurden, ist die Enttäuschung groß. Da wird plötzlich aus dem achso günstigen Schnäppchen ein Brett, das nur geradeausfahren kann. Und NUR dies, denn die Lenkgummis sind so hart, dass selbst ein Aufschrauben des King Pins (Schraube, die die Achse zusammenhält), der für das Einstellen genutzt werden kann, nichts bringt. Im schlimmsten Fall hat ein weites Aufdrehen des King Pins zur Folge, dass der Hanger (das Querteil der Achse, an der die Rollen angebracht sind) sich beim Fahren vom der Baseplate (das Teil, was mit dem Board verschraubt ist) löst. Hier trennt sich nicht nur der Hanger vom Board, sondern auch oftmals die Spreu vom Weizen.

Rollen | Wheels

Alle heutzutage hergestellte Rollen haben eines gemeinsam: Polyurethan. Rollen-Eigenschaften wie abgerundete Lippen, angerauhte Oberflächen oder Sideset, Offset ect. vernachlässigen wir erstmal in dieser Kaufberatung, denn für Einsteiger ist das eher verwirrend. Wenn ihr nicht unbedingt sofort in Disziplinen wie Downhill, Slalom oder Techslide einsteigen wollt, dann tun es für Einsteiger folgende Rollen:

78 – 82a Durometer Härte. Mit Duromoter wird die Härte angegeben. Sind die Rollen zu hart, spürt ihr jede Unebenheit im Asphalt gleich doppelt. Sind die Rollen zu weich und seid ihr zu schwer, verformen sich die Wheels und rollen eben nicht mehr schön. Dazu müsst ihr allerdings schon einiges an Gewicht auf das Brett bringen. Auf den Komplettbrettern sind zumeist 69 bis 72mm Rollen montiert mit einer Durometerangabe von 78a bis 82a. Dies ist grundsätzlich ein passendes Setup mit dem sich bereits viel anstellen läßt.

Die Größe der Rolle ist wiederum vom gewünschten Shape (Form) des Decks abhängig. Eine zu große Rolle verursacht Wheelbites (Rolle berührt das Deck – und ihr folglich den Asphalt). Eine zu kleine Rolle sieht nicht nur lustig aus, sie lässt euch auch permanent pushen. Weiterhin lassen euch große Rollen über Unebenheiten fahren, was kleine Rollen naturgemäß nicht tun. Es kann schon mal passieren, dass ihr dann an Steinen hängenbleibt oder dem Lieblingsfeind des Longboarders im Herbst, an der gemeinen Kastanie.

Dazu die einfache Faustregel

Große Rolle – schwerer in Gang zu bringen – aber läuft länger.
Kleine Rolle – leichter in Gang zu bringen – aber läuft nicht so lange.

Kugellager | Bearings

Es ranken sich Legenden und Mythen um diese kleinen Teile, die in die Rollen eingebaut werden.

ABEC9 wäre das beste, ABEC3 ist schrott und mit Ceramiclagern ist man ohnehin die schnellste Sau im Tal.

Können wir zusammenfassen mit: Bullshit. Natürlich gibt es einige Ausreißer, speziell bei günstigen Lagern, aber in der Regel funktioniert ein Abec5 Lager gut, und vom Industrielager bis hin zum günstigen Keramiklager kann alles genutzt werden.

Wobei die Beratung im Shop sinnvoll ist, denn die Jungs haben sicherlich schon ungefähr hunderttausend Boards montiert und Erfahrungen gesammelt. Unterschiede bei den Herstellern sind logischerweise vorhanden; ein gutes ABEC3 Lager ist einem schlecht gebauten ABEC9 vorzuziehen. Aber woher sollt ihr den Unterschied wissen? Genau! Deshalb: Im Shop fragen!

Und nicht vergessen: Spacer (kleine Metallhülsen, die auf die Achse gesteckt werden und die Lager vor Schäden bewahren) sollten auf jeden Fall dabei sein.

Grob zusammengefasst

sollte euer Einsteigerboard für einen unkomplizierten Start etwa so aussehen…

Dropthrough
29%

Wir empfehlen den Dropthrough Shape mit niedrigem Schwerpunkt, leichtem Concave und geringem Flex

180mm RKP Achsen
38%

Mit 180mm RKP Achsen und Bushings, die dem Fahrergewicht angemessenen gewählt sind, seit ihr auf der sicheren Seite.

70mm Rollen
22%

Für den Start reichen günstige 70mm Rollen mit einer Durometerzahl von 78–82a.

ABEC5 Kugellager
14%

Hier läßt sich nochmal kräftig sparen, wenn man auf handelsübliche ABEC5 Kugellager zurückgreifft.

 

Einsteigerbretter

die wir als Ministry of Stoke Shop, basierend auf dieser Kaufberatung, wirklich empfehlen können, haben wir natürlich im eigenen Sortiment und für euch hier zusammengestellt im Shop.

 

Eine Online Kaufberatung

ist jedenfalls nicht einfach und kann niemals so auf euch eingehen, wie es der Fachmann im Shop kann. Wir haben uns hier wirklich alle Mühe gegeben, euch einen einfachen Einblick zu geben, und planen an weiteren spannenden Angeboten die so ein neuer digitaler Skateshop bieten könnte.

Skateshops sind ein Stück Kultur. Genau wie ein Magazin übrigens auch. Skateshops sind zugleich das Herzstück der Communities in den urbanen Ballungszentren und vermitteln ein wenig den Spirit des Rollbrettes. Unterstützt eure lokalen Skateshops, denn ihr kennt den Spruch sicherlich:

Erst wenn der letzte Shop geschlossen wurde, werdet ihr merken, dass ihr eure Skatebuddies nur noch bei Facebook trefft.

Vielfach locken im Netz Beschreibungen mit wahren Wunderdingen. Wir als Skateshop (in der analogen Welt) distanzieren uns von diesen schwarzen Schafen und können euch nur raten das auch zu machen. Dort wird oft soetwas wie DAS Downhill-Cruise-Dancer-Longdistance-Board angeboten. Das ist bisher nur noch nicht gebaut worden. Um es überzogen darzustellen: Ihr habt Schuhgröße 43 und erhaltet dort ein paar Schuhe in Größe 44 oder aber 42, im dümmsten Fall statt der Sportschuhe dann doch Gummistiefel.